Ökumenische Vortragsreihe "Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog"

Seit Mai 2014 bieten die Gemeinden St. Theresia und Christuskirche eine Ökumenische Veranstaltungsreihe zum Thema „Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog“ an. Kompetente Referenten beleuchten jeweils Schätze aus den über 2000-jährigen Erfahrungen der christlichen Mystik, Spiritualität und des interreligiösen Dialogs.

Dienstag, 15. Oktober 2019, 19.30 Uhr

Dr. Beate Beckmann-Zöller
"Den Weg zu Gott selbst frei machen. Edith Steins Weg zur Mystik."

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Wissenschaft und Religiosität prägen die Philosophin Edith Stein (1891-1942), anspruchsvolles Denken und spirituelle Suche, Judentum und Christentum. Als Frau in einem Männerberuf, als Jüdin in einem antisemitischen Umfeld, Edith Stein steht in vielen Spannungsfeldern. Welchen Weg geht die ungläubige Studentin bis hin zur Mystik, die sie befähigt zum Martyrium für Christus?

Dr. Beate Beckmann-Zöller (Jg. 1966) ist freiberufliche Religionsphilosophin, Dozentin an der KSH München, Vize-Präsidentin der Edith Stein Gesellschaft Deutschland und Bearbeiterin von 7 Bänden der Edith Stein Gesamtausgabe; sie ist Mitglied der kath. Laiengemeinschaft "Immanuel Ravensburg".
 
 
 
 
 

Mittwoch, 27. November 2019, 19.30 Uhr

Rabbiner Steven E. Langnas
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Essen ist meine Leibspeise - Ein Einblick in die jüdischen Speisevorschriften und die kulinarische Tradition

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Ohne zu essen können wir nicht leben. Warum gibt es im Judentum bestimmte Speisevorschriften? Wie werden sie im Alltagsleben praktiziert und was für einen Einfluss haben sie auf jüdische kulinarische Traditionen? Was ist typisches jüdisches Essen?
 
 
Steven E. Langnas, Rabbiner, geboren in Philadelphia (USA), studierte Geschichte und Theologie an der Yeshiva University (New York), wo er zum Rabbiner ausgebildet wurde. Nach langjähriger Tätigkeit als Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern unterrichtet er nun am Lehrstuhl für Religionspädagogik der LMU München. Er gründete das Münchner Lehrhaus der Religionen, und im Münchner Rat der Religionen ist er Mitglied des Sprecherrates. Über München hinaus beteiligt er sich am interreligiösen Dialog. 
 

Der Abend wird gemeinsam mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München e.V. veranstaltet.

Dienstag, 11. Februar 2020, 19.30 Uhr

Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
"Ich bin du" oder "Ich bin dein"? Zu Unterschieden in der mystischen Erfahrung

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Oft wird Mystik als „Verschmelzung“ mit dem Weltgrund bestimmt: „Ich bin es (= alles – nichts – du).“ So der Tropfen, der ins Meer zurückfällt, um darin zu verschwinden. Anders aber Judentum und Christentum: Nicht Verschmelzung, sondern Begegnung/Liebe zwischen Gott und mir ist seliges Ziel. Der entscheidende Satz heißt also: „Ich bin dein.“

Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz:
Promotion 1971 und Habilitation in Philosophie 1979 an der Universität München
Lehraufträge und Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Bayreuth, Tübingen, Eichstätt und München
1989-1992 Professur an der Pädagogischen Hochschule Weingarten/Württemberg
1993-2011 Lehrstuhl für Religionsphilosophie u. vergleichende Religionswissenschaft, Technische Universität Dresden
seit 2011 Vorstand des Europäischen Instituts für Philosophie und Religion (EUPHRat), Phil-Theol. Hochschule Benedikt XVI., Heiligenkreuz bei Wien
 

Dienstag, 21. April 2020, 19.30 Uhr

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen
"Zwischen Rechtgläubigkeit und religiöser Erfahrung – lutherische Mystik"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Was ist eigentlich der spezifisch lutherische Beitrag zur Spiritualität der Christenheit? Nach der Auffassung des Referenten ist es die eigentümliche Verbindung von religiöser Dichtung und Musik, die besonders mit den Namen Paul Gerhardt und Johann Sebastian Bach bezeichnet wird. Diese Verbindung ist anders als im calvinistischen Zweig der Reformation, wo man lange ausschließlich die biblischen Psalmen im Gottesdienst verwendete, und anders als im Katholizismus, dessen Musik ebenso lange von den lateinischen Texten der Messe bestimmt wurde. Im lutherischen Bereich entstand eine Mystik des Kirchenliedes, an der Dogmatik der Kirche orientiert und zugleich von eigentümlicher emotionaler Tiefe. Möglicherweise droht diese lutherische Mystik heute in Vergessenheit zu geraten.

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen ist seit 2007 Beauftragter für interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

 

 

 Die Vortragsreihe wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk