Ökumenische Vortragsreihe "Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog"

Seit Mai 2014 bieten die Gemeinden St. Theresia und Christuskirche eine Ökumenische Veranstaltungsreihe zum Thema „Mystik, Spiritualität und interreligiöser Dialog“ an. Kompetente Referenten beleuchten jeweils Schätze aus den über 2000-jährigen Erfahrungen der christlichen Mystik, Spiritualität und des interreligiösen Dialogs.

Dienstag, 23. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Kirchenrat Reiner Schübel

Gott der Rache - Gott der Liebe
Glauben Christen und Juden an den gleichen Gott?

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Wenn Christen von Gott reden, so ist oft – unausgesprochen oder ausgesprochen – ein Gegensatz zum Alten Testament und damit zu Juden im Spiel: Danach ist Gott, wie er von Jesus ins Gespräch gebracht und im Neuen Testament dargestellt wird, ein liebender Gott, während der alttestamentliche Gott als Rache-, Richter- und Kriegsgott in Erscheinung tritt. Pointiert formulierte ein Theologe, Rache habe ihn „den eigenartigen religiösen Glauben des Alten Testaments scheiden gelehrt von der evangelischen Botschaft des Neuen“. Der Philosoph Peter Sloterdijk sieht dementsprechend Feindpsalmen als „jüdische Hassgebete“, mit denen Juden Gottes Rache fordern.

Der Vortrag gewährt einen unvoreingenommenen, vertiefenden Einblick in das Alte und Neue Testament, der überraschende Einsichten eröffnet; gerade auch im Blick auf das Gottesbild von Juden und Christen.

Reiner Schübel, Evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in München seit 2010. Von 2004-2009 war er Evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Franken. Er studierte evangelischer Theologie und Sozialwesen in Heidelberg, Tübingen und Nürnberg und lebte 1 ½ Jahre in Israel. Von 2002-2009 lehrte er u.a. als Dozent in der Diakonenausbildung in Rummelsberg auch zu Fragen des christlich-jüdischen Dialogs und war langjährig Vorsitzender des Evang. Bildungswerkes Fürth. Seit 2009 leitet er als zuständiger Kirchenrat das Referat für Diakonie und Gesellschaftsbezogene Aufgaben im Landeskirchenamt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und ist u.a. der Verantwortliche für das Handlungskonzept der ELKB gegen Rechtsextremismus.

Dienstag, 13. November 2018, 19.30 Uhr

P. Dr. Lukasz Steinert OCD
"Die europäische Vision von Papst Franziskus und ein vergessener Autor als Quelle

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

In seiner vielbeachteten Rede bei der Verleihung des Karlspreises 2016 sprach Papst Franziskus über seine Vision von Europa und berief sich dabei auf das Buch "Idee Europa" von Erich Przywara SJ (1889-1972), einem so bedeutenden wie vergessenen Religionsphilosophen und Theologen. Er lebte in München und Murnau. Seinem Buch liegt die dynamische Einheit von Altem und Neuem Bund als Mitte des Christlichen zugrunde, und Przywara entwirft von da aus die Idee eines künftigen Europas als einem Ort des dynamischen Austausches zwischen diversen Epochen, Völkern, Stilen und Kulturen. Lange unbeachtet, gewinnt diese Idee einer neuen GEstalt des christlichen Europas nun an prophetischer Aktualität und regt zu Diskussionen an. 

Lukasz Steiner, Dr. theol., geb. 1980 in Oppeln (Polen), seit 1999 im Karmelitenorden, nach pastoralem Dienst in Berlin, München und Neubiberg (2006-2010) Promotionsstudium in Theologie an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom, Promotion über Erich Przywara. Er unterrichtet Theologie in Rom an der Päpstlichen Fakultät "Teresianum" und arbeitet zeitweise im Kloster Reisach (Oberaudorf) mit.
 
 

Dienstag, 19. Februar 2019, 19.30 Uhr

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen
"Christen und Muslime - was uns eint und was uns trennt"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

Islam und Christentum sind auf dem gleichen Boden entstanden – nämlich dem des Judentums. In ihren Überlieferungen und ihrer Entwicklung gibt es viele Parallelen. Wo die Übereinstimmungen so deutlich sind, fallen die Unterschiede umso mehr ins Gewicht.

Der Referent wird Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Religionen aufzeigen.

Kirchenrat Dr. Rainer Oechslen ist seit 2007 Beauftragter für interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

 

 

Dienstag, 2. April 2019, 19.30 Uhr

Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer
"Heilige Schrift(en) und Archäologie"

Gemeindehaus Christuskirche, Dom-Pedro-Pl. 5, 80637 München
Eintritt frei

"Und die Bibel hat doch recht!", behauptet ein viel beachteter Buchtitel (Werner Keller). Wie war das wirklich mit den Mauern von Jericho? Hat der Auszug aus Ägypten so stattgefunden, wie ihn die Bibel, aber auch der Koran schildern? Wie geht der Koran eigentlich mit der Geschichte Israels um? - Die sogenannte "Biblische Archäologie" hat sich schon lange von dem Anspruch gelöst, das Geschichtsbild der Bibel verifizieren zu wollen. Welche Übereinstimmungen gibt es dennoch, und wie sind die Divergenzen zu bewerten? Was ergibt sich aus dem Befund der Archäologie für das Verständnis von Hebräischer Bibel, Neuem Testament und Koran?

Stefan Jakob Wimmer, geb. 1963 in München, hat sieben Jahre in Jerusalem Ägyptologie und Archäologie studiert und im Orient als Archäologe gearbeitet. Er ist apl. Professor an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät und Lehrbeauftragter an der Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Fachreferent für Hebraica, Jiddisch, Alter Orient und Ägyptologie an der Orientabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und 1. Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde Abrahams.

Die Vortragsreihe wird veranstaltet von der Christuskirche und der Pfarrei St. Theresia in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und dem Münchner Bildungswerk